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Brandschutz

Wir haben uns im Rahmen des Hausbaus auch über Brandschutz Gedanken gemacht. Da wir ein freistehendes Einfamilienhaus bauen und auch der Abstand zu anderen Häusern groß ist (>10 Meter), haben wir das Thema Brandschutz relativ selber im Griff.

Die Niedersächsische Bauordnung schreibt seit dem 1.11.2012 für Neubauten Rauchwarnmelder für Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die als Rettungswege dienen, vor (§ 44 Abs. 5 NBauO). Hier findet man weitere Informationen. Damit sind wir gesetzlich verpflichtet, fünf Rauchmelder anzubringen (Schlafzimmer, 2x Kinderzimmer, Diele, Flur). Das war uns aber zu wenig und wir haben uns für 6 zusätzliche Rauchmelder entschieden (Wohnzimmer, Galerie oben, 2x Arbeitszimmer, Hausanschlussraum, Bodenraum). Das heisst, es kommen nur in die Küche (sowieso offen zum Wohnzimmer), in den Abstellraum, in die Bäder und in den Wäschetrockenraum keine Rauchmelder. Nach bisher schlechten Erfahrungen mit günstigen Rauchmeldern und der damit verbundenen Notwendigkeit, ständig teure Knopfzellen nachzukaufen, haben wir uns für mehrfach ausgezeichneten Modell Genius H von Hekatron entschieden. Die Teilchen verfügen unter anderem über eine 10 Jahre Langzeitbatterie und so rechnet sich der Mehrpreis ganz schnell gegenüber anderen, die in diesen 10 Jahren drei Ladungen der teuen CR2450 Knopfzellen verbrauchen. Ausserdem hängt das Teil im Wohnzimmer knapp 5 Meter hoch, wer will denn da alle drei Jahre rauf zum Batterienwechseln?

Bleibt noch der restliche Brandschutz. Brandschutztüren sind bei uns baulich nicht erforderlich. Wir werden aber noch im Hausanschlussraum einen Kohlenmonoxid- und einen Gas-Melder installieren, ums gegen Fehlfunktionen der Heizung abzusichern. Im Abstellraum platzieren wir dann noch einen Feuerlöscher und eine Löschdecke.

Bleibt noch die Fassade. Wie viele andere Hausbauer auch, haben wir uns für ein Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrol entschieden. Gute Wärmedämmeigenschaften, ein günstiger Preis und einfache Verarbeitbarkeit zeichnen diesen Werkstoff aus. Nachteil wie schon oft in der Presse berichtet (z.B. zuletzt bei SPIEGEL ONLINE) ist die gute Brennbarkeit, so dass sich über die Fassade ein Brand auf das ganze Haus ausdehnen kann. Da man das auch mit zusätzlichen Maßnahmen wie Brandriegeln aus Steinwolle nicht verhindern, sondern nur verzögern kann, haben wir uns Gedanken über den passiven Brandschutz gemacht.

Sollte ein Brand innen im Haus ausbrechen, sollte mindestens einer der zahlreichen Rauchwarnmelder uns alarmieren. Dann ist es immer noch möglich, dass der Brand aus einem Fenster so herausschlägt, dass die Dämmung Feuer fängt. Aber dann sind wir Menschen alle bereits draussen und es kann „nur“ Sachschaden entstehen. Dieser ist zum Glück versichert und reparierbar. Besonders gefährlich wäre aber die Situation, wenn draussen ein Brand entsteht und auf die Dämmung übergreift. Im Artikel bei SPIEGEL ONLINE wird dafür ein Test mit einem Mülltonnenbrand im Sockelbereich der Fassade zitiert (simuliert durch einen 200 Kilo schweren Holzstapel als Brandlast, entsprechend einem vollen Mischmüllcontainer) – die Ergebnisse dort waren nicht gut. Deswegen haben wir darauf geachtet, dass alle potentiellen Brandlasten einen Sicherheitsabstand zur Fassade haben. Die Mülltonnen z.B. stehen drei Meter entfernt von der Fassade, der Brennholzvorrat sogar fünf. Bei der Konstruktion des überdachten Grillplatzes werden wir ebenfalls den Sicherheitsabstand zur Fassade mit in die Planung einbeziehen. Wenn also nicht gerade ein Brandstifter unsere Fassade in Flammen setzt, dann fühlen wir uns so sicher in unserem Haus.

Wir empfehlen auch anderen Hausbauern, die ein WDVS aus Polystyrol einsetzen wollen, auf den passiven Brandschutz zu achten. Brandlasten wie Mülltonnen, Holzstapel, Geräteschuppen und so weiter sollten einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur WDVS-Fassade haben. Der Rest mit Rauchmeldern und so weiter versteht sich von selbst.