Zwischenfazit: von Bauträgern, Banken und anderen Kuriositäten

Für manchen Bauträger und manche Bank kommt das Wort ‚Vertrieb‘ von ‚vertreiben‘.

Die besten Kunden für diese Unternehmen sind diejenigen, die direkt beim ersten Termin blanko den Auftrag unterschreiben. So sind wir aber nicht. Für uns müssen Haus und Finanzierung ideal zu unseren Vorstellungen passen. Damit geht einher, dass der Anbieter im ersten Gespräch gut zuhört, die richtigen Fragen stellt und in der Folge einen eigenen Lösungsweg passend zu unseren Vorstellungen aufzeigt. Leider haben so aber nur die wenigstens Anbieter gearbeitet. Zum Glück haben wir aber eine Bank und einen Bauträger gefunden, die jeweils unsere Vorstellungen sehr gut umgesetzt haben.

Welche Unternehmen das sind, haben wir hier ja bereits geschrieben. Wir möchten euch aber gerne auch an den Erfahrungen mit Unternehmen teilhaben lassen, die wir explizit nicht weiter berücksichtigt haben nach dem ersten Kontakt. Was Bauträger betrifft, findet ihr unseren Erfahrungsbericht hier.

Also zu den Banken. Der Fairness halber haben wir die Banken einfach mit Buchstaben gekennzeichnet. Wie ihr sehen werdet, war das Spektrum im Umgang mit Kunden recht groß.

Finanzmakler A

Finanzmakler A hatte bei unserer ersten Baufinanzierung die richtigen Ideen. Folgerichtig war der Makler auch unser erster Ansprechpartner für unser neues Haus. Diesmal war unsere Erfahrung jedoch genau gegensätzlich. Irgendwann kam er zu uns in Haus und brachte seine Kladde mit Formularen und seinen Taschenrechner mit. Ein wenig maulfaul fragte er die wichtigsten Eckdaten ab und fingt direkt an seinen Taschenrechner zu bearbeiten und Zahlen handschriftlich in ein Formular zu kritzeln. Als er damit fertig war, wurde uns das Ergebnis mit kurzer Erläuterung präsentiert. Wir baten den Makler uns im Nachgang noch ein offizielles Angebot zu unterbreiten. Diese sagte er bereitwillig zu – uns hat sich seitdem nie wieder bei uns gemeldet.

Bausparkasse B

Als nächstes wandten wir uns an die Bausparkasse B, bei der wir bereits einen Bausparvertrag abgeschlossen hatten. Hier stießen wir auch auf einen kompetenten Ansprechpartner, der aber für die Vorfinanzierung von Bausparverträgen auf die lokale Bank C als Verbundpartner angewiesen war. Die Bank C konnte unser Bauvorhaben jedoch aufgrund des „Regionalprinzips“ nicht unterstützen, so dass sich die Bausparkasse B als nächstes an die regionale Bank D im Osnabrücker Land wenden musste. Da uns die Bank D aus der Vergangenheit bereits bekannt war, haben wir selber Kontakt dorthin aufgenommen und unsere finanzielle Situation und Vorstellungen offengelegt. Es dauerte dann aber immer noch vier Wochen (!), bis uns ein erster Finanzierungsvorschlag vorlag.

Dieser war jedoch von den Konditionen ziemlich uninteressant. Das fanden wir enttäuschend, da wir uns speziell von dieser Bank mehr Geschwindigkeit und bessere Konditionen erwartet hätten.

Volksbank

Da der Notartermin immer näher rückte, entschlossen wir uns mit der Volksbank in Bad Iburg Kontakt aufzunehmen. Der Beratungstermin dort war sehr konstruktiv, der Berater fragte sehr gründlich unsere Vorstellungen ab und brachte bereits im ersten Gespräch interessante Finanzierungsmöglichkeiten zur Sprache. Das erste Bauchgefühl nach diesem Gespräch war entsprechend gut. Dieses Gefühl verstärkte sich, nachdem kurze Zeit später bei uns ein konkretes Finanzierungsangebot einging, das allen unsere Vorstellungen entsprach und zudem von den Konditionen mit weitem Abstand das beste war (vor allem im Vergleich zu Bank D, deren Angebot uns in der Zwischenzeit auch erreicht hatte). Eigentlich waren wir zu diesem Zeitpunkt schon davon  überzeugt, dass wir mit der Volksbank finanzieren wollten. Da wir aber noch einen persönlichen Kontakt zu Bank E hatten, wollten wir von dort noch ein Vergleichsangebot einholen.

Bank E

Die deutschlandweit vertretene Bank E empfing uns in einem ihrer Büros. Die Finanzierungsberaterin hörte sich unsere Vorstellungen genau an und gab alle Angaben zeitgleich in Ihren Computer ein. Nachdem wir schon ein gutes Angebot der Volksbank vorliegen hatten, fand ich es fair dieses Angebot zu erwähnen und ungefähr das Niveau der Konditionen zu nennen. Leider war das deutschlandweit einheitliche EDV-Beratungsprogramm nicht in der Lage, unsere Vorstellungen 1:1 aufzunehmen, so dass die Beraterin uns um ein wenig Geduld bat und ihr Angebot in den folgenden Tagen unterbreiten wollte. Nach einigen Tagen rief sie dann auch an und teilte uns mit, dass sie bei aller Bemühung nicht an die Konditionen der anderen Bank herankommt und wir dieses augenscheinlich gute Angebot doch annehmen sollten. Das taten wir dann auch.

Kopf und Bauch

Neben allen Fakten wie Zinssätzen, Tilgungsraten, Laufzeiten, Zinsbindungsdauer, Agio usw. spielt bei Finanzangelegenheiten auch das Bauchgefühl eine wichtige Rolle. Wir wussten eigentlich immer nach dem ersten Gespräch schon, in welche Richtung es gehen könnte. Da dies unser zweiter Hausbau ist, wussten wir inhaltlich relativ genau worauf es uns bei einer Finanzierung ankommt. Für unser Bauchgefühl entscheidet war, ob man sich im Gespräch wertschätzend „auf Augenhöhe“ begegnet und ob der Bankberater sich um ein optimales, individuelles Finanzierungskonzept bemüht. Das war längst nicht immer der Fall. Eine Baufinanzierung ist nun mal auch ein „Striptease“ für die private Finanzsituation, die man natürlich nicht jedem auf die Nase binden möchte. Eigentlich hielten wir das auch nicht für ein Problem, schließlich gilt ja das Bankgeheimnis. Wir durften aber lernen, dass das längst nicht jeder richtig ernst nimmt. So haben wir nach Gesprächen mit einer Bank auch schon von Dritten Kommentare zu unserer Baufinanzierung erhalten. Aus unser Sicht ein absolutes Unding!

Was wir sonst noch gelernt haben

  1. Wir sind reich
  2. Wir bauen eine Villa
  3. Unser Grundstück liegt mitten im finsteren Forst

All diese „Erkenntnisse“ wurden uns über die lokale Buschtrommel zugetragen. Scheinbar gibt es Mitmenschen, die gerne über andere tratschen und dabei irgendwelche halbgaren Meinungen verbreiten. Über die dahinterliegenden Motive wollen wir an dieser Stelle mal nicht spekulieren.

Nur so viel dazu:

  1. Wir sind nicht reich
  2. Wir bauen ein großes Einfamilienhaus
  3. Es gibt durchaus Sonnenlicht auf unserem Grundstück

Wären wir reich, dann bräuchten wir uns auch kein Geld bei einer Bank leihen, würden dreimal im Jahr in Urlaub fahren und würden bestimmt nicht mehr arbeiten. Nicht jedes große Einfamilienhaus ist eine Villa. Wir schreiben diesen Blog, weil wir andere an unseren Erfahrungen teilhaben lassen wollen. Wir haben selber viel bei Internetrecherchen gelernt und uns zahlreiche Ideen bei anderen Bauherren abgeschaut. Wir bauen dieses Haus, weil uns ein schönes Zuhause eines der wichtigsten Dinge im Leben ist. Und wir freuen uns über die vielen positiven Kommentare, die uns eben auch erreicht haben. Danke dafür!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s